Kurze Antwort: Ein gutes Influencer-Briefing beschreibt auf einer bis zwei Seiten, was du erreichen willst, welchen Content du brauchst und welche Regeln gelten: Ziel, Zielgruppe, Produkt, Kernbotschaften, Deliverables, Timeline, Dos & Don’ts, Freigabeprozess, Nutzungsrechte und Werbekennzeichnung. Es gibt klare Leitplanken, lässt Creatorn aber Raum für ihren eigenen Stil. Fertige Beispiele findest du in unseren kostenlosen Briefing-Vorlagen.
Kurz erklärt
- Das Briefing ist die wichtigste Stellschraube für Content-Qualität und weniger Korrekturschleifen.
- Pflichtpunkte: Ziel, Zielgruppe, Produktinfos, Kernbotschaften, Deliverables, Timeline, Dos & Don’ts, Freigabe, Rechte, Kennzeichnung.
- Kurz und konkret schlägt lang und vage – Creator lesen Briefings meist auf dem Smartphone.
- Vorgaben ja, Skript nein: Authentizität entsteht durch die Sprache des Creators.
- Ein Briefing ist auch die Grundlage für faire Angebote von Creatorn.
Was ist ein Influencer-Briefing?
Ein Influencer-Briefing ist das Dokument, mit dem du Creatorn erklärst, worum es in einer Kooperation geht und was du von ihnen erwartest. Es ist zugleich Arbeitsanweisung, Erwartungsmanagement und Grundlage für die Vereinbarung. Ein gutes Briefing beantwortet alle Fragen, bevor sie gestellt werden – und sorgt dafür, dass Creator mit realistischen Angeboten und passenden Ideen auf dich zukommen.
Fehlt das Briefing oder ist es unklar, kommen typische Probleme: Content am Ziel vorbei, verpasste Deadlines, fehlende Kennzeichnung oder Streit über Nutzungsrechte.
Was gehört in ein Influencer-Briefing?
Diese zehn Bausteine solltest du immer abdecken:
- Brand & Kampagnenziel: Wer bist du, und was soll die Kampagne erreichen (Awareness, Traffic, Verkäufe, Content für Ads)?
- Zielgruppe: Wen willst du erreichen – Alter, Interessen, Pain Points?
- Produktinformationen: Was ist das Produkt, was macht es besonders, welche Fakten sind wichtig?
- Kernbotschaften: zwei bis drei Aussagen, die unbedingt vorkommen sollen.
- Deliverables: Plattform, Format und Anzahl, z. B. 1 Reel + 2 Storys.
- Timeline: Kooperationszeitraum, Abgabe zur Freigabe, Posting-Termin.
- Dos & Don’ts: Was soll gezeigt werden, was auf keinen Fall?
- Call-to-Action: Link, Rabattcode, Swipe-up – was sollen Follower tun?
- Freigabeprozess: Wird Content vorab eingereicht? Wie viele Korrekturschleifen?
- Rechtliches: Werbekennzeichnung, Nutzungsrechte, Exklusivität.
Wie formulierst du Ziele und Kernbotschaften?
Ein Ziel wie „Mehr Bekanntheit“ hilft Creatorn wenig. Besser: „Wir wollen Frauen zwischen 25 und 40 zeigen, dass unser Produkt morgens Zeit spart.“ So kann der Creator eine Geschichte aus seinem Alltag erzählen, die genau das transportiert.
Bei Kernbotschaften gilt: weniger ist mehr. Drei Botschaften sind das Maximum, eine starke ist oft besser. Formuliere sie als Inhalte, nicht als Wortlaut – der Creator übersetzt sie in seine Sprache.
- Schlecht: „Sag: Das innovativste Produkt seiner Klasse.“
- Gut: „Zeig, wie schnell das Produkt einsatzbereit ist.“
Wie konkret sollten Deliverables und Timeline sein?
Hier darfst du sehr konkret sein – je genauer, desto weniger Rückfragen. Lege fest:
- Plattform & Format: Instagram Reel, Story, Feed-Post, TikTok-Video, YouTube-Integration oder UGC-Video ohne Posting.
- Anzahl: z. B. 1 Reel + 2 Storys.
- Länge & Ausrichtung: z. B. 30–45 Sekunden, Hochformat.
- Pflichtelemente: Markenname, Produkt im Bild, Link oder Code.
- Deadlines: Bewerbungsfrist, Vergabe, Abgabe zur Freigabe, Posting-Datum.
Bei UGC für Ads kommen Hook-Varianten, Rohmaterial und Untertitel dazu. Mehr dazu in unserem Leitfaden UGC Creator finden & buchen.
Wie sieht ein Beispiel-Briefing aus?
So könnte ein kompaktes Briefing für eine fiktive Kaffeemarke aussehen:
- Ziel: Den neuen Cold-Brew-Konzentrat-Launch bekannt machen und Traffic in den Onlineshop bringen.
- Zielgruppe: Berufstätige zwischen 25 und 40, die morgens wenig Zeit haben.
- Kernbotschaft: In 30 Sekunden zum eigenen Cold Brew – ohne Maschine.
- Deliverables: 1 Instagram Reel (30–45 Sek., Hochformat) + 2 Storys mit Link.
- Timeline: Produktversand KW 1, Abgabe zur Freigabe KW 2, Posting KW 3.
- Dos: Zubereitung zeigen, ehrlichen Geschmackseindruck schildern, Rabattcode nennen.
- Don’ts: Gesundheitsversprechen, andere Kaffeemarken im Bild.
- Freigabe & Rechte: Erst einreichen, dann posten; Nutzung des Reels für Paid Ads über drei Monate.
- Kennzeichnung: „Werbung“ gut sichtbar zu Beginn.
Mehr braucht es oft nicht. Echte Beispiele aus Kampagnen findest du in unseren Briefing-Vorlagen.
Wie unterscheiden sich Briefings für Instagram, TikTok und YouTube?
- Instagram: Kläre das Zusammenspiel von Reel, Story und Feed-Post sowie Link-Sticker und Markierungen.
- TikTok: Lass mehr kreativen Spielraum, nenne Trends oder Sounds nur als Inspiration und lege Wert auf einen starken Einstieg.
- YouTube: Definiere Platzierung und Länge der Integration (z. B. 60–90 Sekunden), Linkposition in der Beschreibung und ob ein Short dazukommt.
Welche Dos & Don’ts sind sinnvoll?
Typische Dos:
- Produkt in echter Nutzungssituation zeigen
- persönliche Erfahrung schildern
- Markennamen nennen und Account verlinken
- Werbekennzeichnung gut sichtbar setzen
Typische Don’ts:
- Wettbewerbsprodukte im Bild
- Heilversprechen oder unbelegte Wirkungsaussagen
- abgelesene Werbetexte
- Posting ohne vorherige Freigabe
Halte die Liste kurz. Zu viele Verbote führen zu steifem Content, der nicht nach dem Creator klingt.
Was gilt für Freigabe, Rechte und Kennzeichnung?
Diese Punkte gehören ins Briefing, damit es später keine Diskussionen gibt:
- Freigabe: „Erst einreichen, dann posten“ – mit klarer Frist für dein Feedback.
- Korrekturschleifen: Wie viele sind inklusive?
- Nutzungsrechte: Kanäle, Dauer, Paid-Ads-Nutzung, Bearbeitung.
- Werbekennzeichnung: Wie und wo gekennzeichnet wird. Details findest du in unserem Beitrag Werbekennzeichnung im Influencer Marketing.
- Vergütung: Honorar, Produkt (Barter) oder beides – und wann ausgezahlt wird. Mehr zum Tauschmodell in Barter Deals mit Influencern.
Welche Fehler solltest du beim Briefing vermeiden?
- Zu lang: Zehn Seiten liest niemand. Fasse dich kurz und nutze Listen.
- Zu vage: „Cooler Content“ ist keine Vorgabe.
- Zu starr: Ein Wort-für-Wort-Skript zerstört Authentizität.
- Fehlende Deadlines: ohne Termine kein verlässlicher Kampagnenplan.
- Rechte vergessen: Nachträglich verhandelte Nutzungsrechte sind oft teurer.
Tipp: Die Auswahl der Creator ist genauso wichtig wie das Briefing. Worauf du achten solltest, liest du in Passende Influencer finden.
Checkliste: Influencer-Briefing
- Kampagnenziel in einem Satz formuliert
- Zielgruppe beschrieben
- Produktinfos und Besonderheiten aufgeführt
- Maximal drei Kernbotschaften
- Deliverables mit Plattform, Format, Anzahl, Länge
- Timeline mit allen Deadlines
- Dos & Don’ts (kurz)
- Call-to-Action, Link oder Code
- Freigabeprozess und Korrekturschleifen
- Nutzungsrechte, Kennzeichnung, Vergütung
Wie hilft dir Kreatory beim Briefing?
In unseren kostenlosen Briefing-Vorlagen findest du echte Beispiele für Instagram, TikTok und YouTube – inklusive Deliverables, Timeline, Produktinfos sowie Dos & Don’ts. In Kreatory legst du dein Briefing direkt in der Kampagne an; die KI spricht passende Creator aus über 5,4 Mio. Profilen automatisch an. Creator senden dir Angebote auf Basis deines Briefings, du buchst mit einem Klick und gibst Content vor dem Posting frei. Mehr dazu auf unseren Seiten zu Influencer Marketing und UGC-Sourcing.
Briefing fertig? Dann starte deine Kampagne. Jetzt registrieren und in unter 10 Minuten loslegen – oder vorher die 90-Sekunden-Demo ansehen.
FAQ zum Influencer-Briefing
Wie lang sollte ein Influencer-Briefing sein?
Ideal sind ein bis zwei Seiten. Alles Wesentliche sollte auf einen Blick erfassbar sein – auch auf dem Smartphone.
Sollte ich ein Skript vorgeben?
In der Regel nicht. Gib Kernbotschaften und Pflichtelemente vor, aber lass den Creator in seiner eigenen Sprache sprechen. Bei UGC für Ads können Hook-Vorschläge sinnvoll sein.
Was ist der Unterschied zwischen Influencer- und UGC-Briefing?
Beim Influencer-Briefing geht es auch um Posting, Reichweite und Kennzeichnung auf dem Kanal des Creators. Beim UGC-Briefing stehen Format, Hook-Varianten, Rohmaterial und Nutzungsrechte für deine eigenen Kanäle im Fokus.
Muss die Werbekennzeichnung ins Briefing?
Ja. Halte fest, dass und wie gekennzeichnet wird – das schützt Creator und Brand gleichermaßen.
Gibt es kostenlose Vorlagen?
Ja, Kreatory stellt kostenlose Briefing-Vorlagen für Instagram, TikTok und YouTube bereit.